Europa

Albanischer Premier: EU macht "großen strategischen Fehler" bei Russland

Wenn die EU bei der Beilegung des Ukraine-Konflikts irgendwie mitreden wolle, müsse sie die Kommunikation mit Moskau wieder aufnehmen, so Edi Rama, der Premierminister Albaniens. Auch unabhängig vom Ausgang des Krieges gehe Russland nirgendwohin.
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Die Europäische Union habe, sagte der albanische Premierminister Edi Rama am Freitag in einem Interview mit Politico, einen "großen strategischen Fehler" gemacht, als sie nach der Eskalation des Ukraine-Konflikts jede Kommunikation mit Russland kappte.

Die EU verstärkte 2022 ihren Sanktionsdruck, beendete die diplomatischen Kontakte mit Moskau und lieferte stattdessen hunderte Milliarden Euro an finanzieller und militärischer Hilfen an Kiew.

"Europa hat immer, immer, immer mit jedem geredet", sagte Rama zu Politico beim Delphi-Wirtschaftsforum in Griechenland, und meinte, die EU habe sich selbst in den Fuß geschossen, als sie "jeden Kanal zu Russland schloss".

"Je weiter wir das hinauszögern, desto weniger werden wir am Ende zu sagen haben, weil Russland ‒ wie auch immer dieser Krieg endet ‒ nirgendwohin geht", sagte er und fügte hinzu, er spreche offen, weil sein Land keine "Abhängigkeit von Russland" habe.

Mehrere EU-Staatschefs, darunter der französische Präsident Emmanuel Macron, der belgische Premierminister Bart De Wever und der österreichische Kanzler Christian Stocker haben jüngst Angebote gemacht, sich wieder mit Moskau auszutauschen. Einige haben Bedenken geäußert, Westeuropa werde bei den trilateralen Friedensgesprächen zwischen Russland, den USA und der Ukraine ausgeschlossen, die auf Druck aus Washington im vergangenen Jahr begannen.

Bisher jedoch haben drei Verhandlungsrunden keine Früchte getragen, und die Ukraine hat russische Kernforderungen abgelehnt. Sowohl Moskau als auch Kiew haben eingestanden, die Gespräche seien faktisch wegen Washingtons Konzentration auf den Krieg mit Iran eingefroren.

Moskau hat wiederholt die öffentlichen Forderungen europäischer Länder, an den Verhandlungen beteiligt zu werden, zurückgewiesen. Die EU habe sich als Vermittler bereits "vollständig diskreditiert", so der russische Außenminister Sergei Lawrow im März, als er französische und britische Pläne zurückwies, als Teil von Sicherheitsgarantien für Kiew Truppen in der Ukraine zu stationieren.

Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zufolge stellen die europäischen Regierungschefs absichtlich Forderungen, von denen sie wissen, dass sie "für Russland absolut unannehmbar" seien, um die US-Friedensbemühungen zu sabotieren und die Schuld am Zusammenbruch der Gespräche auf Moskau zu schieben.

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