Deutschland

Rentenversicherung prognostiziert erhebliche Beitragserhöhung

Den Beitragszahlern in Deutschland droht neues Ungemach. Rentenexperten zufolge wird es bereits im übernächsten Jahr zu einer Erhöhung des Rentenbeitrags kommen. Und auch die Folgejahre sollen einen weiteren Anstieg des Beitragssatzes mit sich bringen, so die Prognose.
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Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge gelangt die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) in einem internen Report zu einem drastischen Befund: Die Sozialversicherungsbeiträge für die Altersrente werden höher ansteigen als bisher erwartet. Und Entlastung ist nicht in Sicht: Ein weiterer Anstieg ist bis zum Jahr 2040 prognostiziert.

Die Berechnungen der DRV ergeben demnach für das Jahr 2028 einen Anstieg des Beitragssatzes für Arbeitnehmer und Arbeitgeber von derzeit 18,6 auf 19,9 Prozent (bisherige Prognose: eine Steigerung auf 19,8 Prozent). Das ist eine schroffe Steigerung von 1,3 Prozentpunkten. Bis 2031 soll der Rentenbeitragssatz dann auf 20,2 Prozent ansteigen, bis 2032 auf 20,5 Prozent, 2033 auf 20,7 Prozent und 2034 dann auf 20,9 Prozent. Danach mildert sich das Tempo des Anstiegs in den Folgejahren ein wenig ab: Für 2040 geht die DRV von 21,1 Prozent aus. Dies alles gilt für den Fall, dass keine Änderungen im Rentensystem erfolgen.

Die Mehrbelastung wird für die betroffenen Arbeitnehmer schmerzhaft ausfallen: Nach Bild-Berechnungen werden einem Beschäftigten mit einem Brutto-Monatsgehalt von 2.500 Euro für das Jahr 2028 insgesamt 195 Euro fehlen. Verdient der Beschäftigte 3.500 Euro im Monat, sind es 273 Euro jährliche Mehrbelastung; bei 4.500 Euro monatlichem Verdienst werden pro Jahr 351 Euro abgezogen. Für einen Gutverdiener mit 8.500 Euro im Monat bedeutet der Anstieg des Rentenbeitrags eine zusätzliche Belastung von 659 Euro.

Diese Enthüllungen fallen in eine Zeit, in der angesichts der Überalterung der deutschen Gesellschaft ohnehin über eine Reform der Altersversorgung nachgedacht wird. Derzeit arbeitet eine von der Bundesregierung eingesetzte 13-köpfige Kommission an Reformvorschlägen für die Stabilisierung des Rentensystems. Die Kommission besteht aus Wissenschaftlern sowie aus Vertretern von Union und SPD. Es ist geplant, dass sie ihre Ergebnisse Ende Juni Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) übergeben wird.

Die Sozialverbände signalisierten derweil ihre Bereitschaft zur Erhöhung der Rentenbeitragssätze. Michaela Engelmeier, die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland, erklärte gegenüber der Funke-Mediengruppe, die Menschen seien bereit, etwas höhere Rentenbeiträge zu zahlen, wenn sie im Gegenzug im Alter eine gute Rente erwarte. Ähnlich äußerte sich Verena Bentele vom Sozialverband VdK Deutschland. Beide Verbände forderten zugleich eine Erweiterung der Gruppe der Beitragszahler durch die Heranziehung aller Erwerbstätigen, zum Beispiel der Beamten.

Anders sehen das die "Jungen Unternehmer", ein Interessenverband für Firmengründer und -nachfolger unter 40 Jahren. Auf der Plattform X sprachen sie angesichts der Prognose der Rentenversicherung von einer "Bankrotterklärung für die bisherige Rentenpolitik". Die jetzt veröffentlichten Zahlen würden zeigen, "dass das derzeitige Finanzierungsmodell der sozialen Sicherungssysteme nicht mehr tragfähig ist." Junge Menschen würden im bestehenden System über Gebühr belastet. Sie seien aber nicht "die Reservekasse der Politik".

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